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Laborbeagle
Versuchs-Beagle-Vermittlung
In einer Zeitungsanzeige werden ab dem Jahr 2009 "Beagle aus Tierversuchslabor" angeboten (web-side: www.laborbeaglehilfe.com ).
Auf Nachforschung der OG norden-bremen handelt es sich hier um eine Zusammenarbeit mit Versuchslaboren. Die vermittelnden Personen äußern sich verharmlosend über Tierversuche, die Anpreisung der Hunde vermittelt den Eindruck, dass es im Tierversuchslabor nicht schlimm sein kann. Die Versuchslabore wollen mit dieser Taktik der für sie unbrauchbar gewordenen Hunde (Zuchthunde für Versuchsnachwuchs) ihr Ansehen in der Öffentlichkeit erhöhen, gehen aber gleichzeitig damit auch gesetzlichen Vorschriften und Kosten aus dem Weg, da sie keine lebensfähigen Tiere töten dürfen. Wir erinnern daran: kein Versuchstier, also auch nicht die Welpen dieser Zuchttiere, verlassen je lebend ein Versuchslabor!

Wir bekamen nachfolgende mail von der Laborbeaglehilfe e. V.:
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx wir haben die mail aufgrund einer Beschwerde des og. Vereins gelöscht.
Unsere Antwort_:
Moin Frau ,
vielen Dank für Ihre mail.
Die Aufnahme von aus Tierversuchslaboren entlassenen Tieren ist eine ehrenhafte und zu begrüßende Tat - dies stellt keiner in Frage. Sicherlich gibt es auch Hunde und Affen, die nicht an den Folgen der Versuche sterben und die müssen irgendwo hin - wenn sie Glück haben, können sie noch ein qualfreies restliches Leben führen. Dies ist aber nur ein kleiner Anteil an der Gesamtzahl der Versuchstiere.
Einzig allein der Bericht in der Morgenpost vom 18.12.07 in der Rubrik "Veröffentlichungen" auf Ihrer webside verweist auf Ihren deal mit den Tierversuchslaboren.
Ein deal ist evtl. zu verstehen, um zumindest einige wenige Tiere, an denen "harmlose" Versuche gemacht wurden bzw. die als Zuchttiere eingesetzt waren, frei zu bekommen.
Aber was ist mit den Millionen Versuchstieren, die in den Laboren tagtäglich Angst ausstehen, immer wieder malträtiert werden, ohne Hilfe elendig sterben müssen? In Ihrem deal dürfen sie nichts erwähnen, was die Labore betrifft, sie haben nicht einmal Zugang zu diesen Folterkammern bekommen. PETA hat diese Bilder, PETA hat undercover-Personen in diese Labore geschickt, die es aushalten mussten, diese Qualen mit anzusehen, ohne sich zu erkennen zu geben, um Beweismaterial zu sammeln, ohne den Tieren in diesem Augenblick helfen zu können. Und da schreiben Sie: "Szenen, die im Garten der Pflegestellen entstanden sind, und fröhliche Hunde zeigten, wurden mit altem PETA-Material verschnitten. Wir wissen nicht, wann und wo diese Aufnahmen entstanden sind, sicher ist aber, dass sie mit der REALITÄT IN DEN LABOREN, die uns die Hunde überlassen, nichts zu tun haben. Es ist nicht im Sinne unserer Arbeit, immer wieder die alten Horrorbilder auszugraben... Wir zweifeln nicht an der Echtheit, weisen aber darauf hin, dass nicht in jedem Labor, in dem mit Tieren gearbeitet wird, so verfahren wird.... Spektakuläre Befreiungsaktionen erschweren unsere Arbeit erheblich und wir distanzieren uns ausdrücklich von solchen Maßnahmen."
Auch wir sind der Meinung, jedes Leben zählt und jeder Beagle und jedes andere Tier, das ein Versuchslabor lebend verlässt, ist es wert.
Aber bitte schreiben Sie nicht solche Sachen! Millionen von Tieren leiden und sterben tagtäglich in diesen Laboren! Welchen geringen Prozentteil macht Ihre Beaglerettung aus "harmlosen" Versuchen (Zuchttier/Flohmitteltester) auf die Millionen tödlicher Versuche, die Sie nicht erwähnt und gesehen wünschen?
Interessant auf Ihrer webside ist auch der link zum Verein Jagd Beagle sowie die Aussage in Ihrem mail-text "Für die Entsorgung der Kadaver sind wir nicht zuständig".
Sehr nett geschrieben - dazu ein nettes Foto in der Anlage (kein Beagle - ein Affe - aber Versuchs-Kadaver).
Schönen gewaltfreien Tag wünscht

Versuchsbeschreibung:
Fünf sechsjährigen Beagles werden unter Narkose acht Backenzähne (6 Prämolaren und 1 Molar) aus dem Unterkiefer gezogen. Nach vier Wochen Heilungszeit werden die Tiere erneut narkotisiert. In die Löcher werden sechs Schraubenimplantate eingebracht. Die Zähne und Implantate werden von nun an einmal täglich mit einer Zahnbürste geputzt. Es werden mehrfach Röntgenaufnahmen gemacht. Nach drei Monaten werden Baumwollfäden um die Implantate gelegt. Durch diese werden Taschen im Zahnfleisch gebildet, in denen sich Bakterien ansiedeln können. Die Zähne werden ab dieser Operation auch nicht mehr geputzt. Die Fäden bewirken eine Entzündung und Zerstörung des Knochengewebes um die Implantate. Es werden regelmäßig Röntgenaufnahmen vom Unterkiefer gemacht. Wenn das Knochengewebe um die Implantate zu 40 % zerstört ist, werden die Fäden unter erneuter Narkose entfernt. Weitere 4 Wochen später werden die Knochenschäden auf unterschiedliche Weise behandelt. Zum Teil wird das entzündete und abgestorbene Gewebe mit einem Löffel abgeschabt oder es wird mit Laser behandelt. Die Zähne und Implantate werden wieder regelmäßig geputzt. Drei Monate nach der Behandlung werden die Hunde durch Überdosis eines Barbiturates getötet, die Kiefer werden untersucht. Die Arbeit wurde durch die DGI - Deutsche Gesellschaft für Implantologie unterstützt.
(Quelle: www.datenbank-tierversuche.de)
Menschen für Tierrechte berichtet 2010:
Es gibt seit einiger Zeit Vereine, die Beagles aus Laboren an Hundehalter vermitteln. Dabei sind die Tiere je nach Einsatz im Labor ein bis zwölf Jahre alt, wenn sie vermittelt werden, die meisten sind zwischen zwei und sechs Jahre alt. Die Unterschiede zu einem "normal" entwickelten Beagle hängen damit zusammen, dass ein "Versuchshund" nichts anderes kennengelernt hat als die Haltung im Labor und die Manipulationen an ihm. Im Vergleich zu einem normal sozialisierten Tier hat der "Laborbeagle" zunächst einmal häufig Angst, da er während seines Lebens weder mit vielen Menschen, Kindern, Autos, anderen Tieren (außer Hunden) noch sonst irgendetwas in Berührung gekommen ist, was ein "normales" Zusammenleben von Mensch und Hund ausmacht. "Versuchshunde" kennen keine Wohnungshaltung und keine Spaziergänge. Rassetypische Besonderheiten (z. B. Jagdtrieb) sind wenig stark ausgeprägt. (Quelle FCI Nr. 161/00)
Manche sind zunächst nicht stubenrein. Durch die mangelnde Bewegung sind die Tiere manchmal übergewichtig. Sie haben auch keine Laufkondition und es gibt Beagles, denen sprichwörtlich "die Hornhaut unter den Sohlen" fehlt. Einige Tiere haben eine Abneigung gegen die rechte Hand (Fanghand) des Halters, denn mit dieser Hand haben sie - wenn sie häufig eingefangen werden mussten - schlechte Erfahrungen gemacht. (Quelle Beaglehilfe e. V.)
Zwar kann es wunderschön sein, einem ehemaligen "Versuchstier" ein neues und hundegerechtes Leben zu ermöglichen, auch wenn dies für die Halter mitunter eine Herausforderung darstellt. Mit dieser Praxis werden die Institute, die die Versuche durchführen, jedoch auch von ihrer Verantwortung entlastet, die sie für die Hunde haben. Für die Labore ist es eine praktische und zudem kostengünstige Möglichkeit, die Tiere, die sie nicht mehr brauchen, loszuwerden. Alle Kosten, die der Hund in seinem künftigen Leben verursacht, trägt der neue Halter. Zumindest in finanzieller Hinsicht müssten sich die Verursacher - also die Versuchslabore - beteiligen. Dies ist jedoch bislang nicht geregelt. (Anmerkung antispenordwest: Die Beagle werden zudem auch noch an die neuen Halter verkauft, d. h. je jünger der Beagle, desto mehr kostet er, es werden Zahlen von 250 EUR genannt. Wir nennen das Hundehandel).
Die Zucht von Beagles für Tierversuche
Die Tiere leben in Gruppen auf beheizten Betonböden. Häufig ist zwar ein kleiner umzäunter Auslauf vorhanden, Spaziergänge werden jedoch nicht mit ihnen unternommen. Weibliche Beagles werden als Gebärmaschinen ausgenutzt: Jede Hündin bekommt ein bis zwei Würfe pro Jahr, und dies bis ins hohe Alter. Selbst professionelle Hundezüchter, die im Verband für das Deutsche Hundewesen organisiert sind, nutzen ihre Zuchthündinnen weniger aus, da deren Richtlinien eine Altersbegrenzung sowie eine Begrenzung in der Zahl der Würfe vorschreiben. Alte "ausgediente" Tiere werden noch z. B. als Blutspender an die pharmazeutische Industrie verkauft. (Quelle: Tierrechte 4/99)
Tierversuchsstatistik
Weil sie duldsam und robust und als Meutehunde vor allem so verträglich gegenüber Artgenossen sind, werden reinrassige Beagle, aber auch Beagle-Mischlinge, bevorzugt in Tierversuchen mit Hunden eingesetzt. Die Zahl der in Deutschland in Tierversuchen verwendete Hunde beträgt etwa 4.500 pro Jahr mit Schwankung nach oben und unten. Die Hunde stammen sowohl aus deutschen Zuchteinrichtungen als auch von solchen aus EU-Ländern oder dem nichteuropäischen Ausland.
Zwischen 20 und 28 Prozent der Tiere, die jährlich im Versuch landen, werden erneut verwendet.
(Quelle: Bundesministerium f. Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 2008)
In erster Linie werden die Hunde in toxikologischen Untersuchungen und anderen Sicherheitsüberprüfungen eingesetzt, aber auch bei der Erforschung und Entwicklung von Medizinprodukten. In der Grundlagenforschung werden Hunde u. a. in der Herz-Kreislauf-Forschung und auch in zahnmedizinischen Versuchen eingesetzt. Zahlenmäßig spielen sie hier sowie zu Ausbildungszwecken eher eine untergeordnete Rolle. Während der Anteil der verwendeten Hunde bei der Erforschung und Entwicklung von Medizinprodukten seit 2003 zurückgeht, ist der Anteil der verwendeten Hunde in toxikologischen Versuchen, also zur Überprüfung der potenziellen Giftigkeit von Substanzen, seit Jahren nahezu konstant und liegt bei etwa 2.000 Hunden pro Jahr.

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